ALICE D. (2012)

Die Realität und das Gehirn im Tank
Wie kann ich mir meiner selbst noch sicher sein, wenn ich mich nicht mehr auf meine Sinne verlassen kann? Dieser Frage sieht sich Alice P. Liddell gegenüber, als sie – ohne jegliches Wissen über den Grund – in die Obhut von Prof. Dr. Janet Wock übergeben wird. Welches Kriterium für die Realität setze ich an, wenn sich meine phänomenologische Welt permanent ändert? Descartes sagt, dass ich nur aus meinem Ich heraus meine Umgebung als „wahr“ erschließen kann. Doch was passiert, wenn nicht einmal mehr das sicher ist? Bin ich Alice P. Liddell und befinde mich in einem Sanatorium? Oder heiße ich Mary Anne und lebe in einem Wunderland? Kann ich überhaupt entscheiden, welche Welt mir wahrscheinlicher erscheint, wenn doch das Wunderland voller versteckter Weisheit unter dem bunten Schein scheint – und das Sanatorium unter seiner klinisch-sauberen und kühl-korrekten Oberfläche einen Abgrund an abstoßender, menschlicher Grausamkeit verbirgt? Oder sehe ich am Ende gar nicht zwei Welten, sondern tatsächlich ein und die selbe? Und wann sehe ich sie „unverklärt“, wann sehe ich die „Wahrheit“, wann sehe ich die „Realität“? „Werde, wer du bist“ wird von Alice verlangt. Doch wie soll sie dies erreichen? Bedeutet dies nicht, dass sie noch nicht ist, wer sie ist? Wie kann dieser scheinbar paradoxe Zustand sein? Stelle alles in Frage und beginne noch einmal ganz von vorne: Wessen kannst du dir sicher sein? VOLLKOMMEN sicher? Na? Grinst du gerade?

Idee: Nadine Raddatz

Text und musikalische Gestaltung: Levin Handschuh

Weitere Informationen auf der Seite der Studiobühne Erlangen e.V.

© Copyright Die Handschuhs - Impressum